Gedichte und Texte
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Verirrt
Ich bin nirgendwo daheim,
nirgendwo angekommen.
Auf der Suche nach einem Zu Hause
nach einem Ort der Geborgenheit.
Nach einem Ort der Akzeptanz
und des Verstanden Werdens.
Ich habe einen wertvollen Ehemann an meiner Seite.
Habe Freunde.
Eine Arbeit, die mir keine Angst mehr macht.
Ich kämpfe gegen antrainierte Rücksichtnahme und
gleichzeitige Angst vor Benachteiligung.
Ich habe zu Essen, zu Trinken,
ein Bett für die Nacht und wärmende Worte bei Bedarf.
Ich erfahre nötige Kritik um mich zu erweitern,
und strenge Ermahnungen, die mich einengen.
Ich spüre die Luft zum Atmen.
Und doch bin ich hier so einsam, wie dort.
Und dort so einsam, wie hier.
Es zittert meine Seele.
Die Angst,dennoch zu ersticken ist allgegenwärtig.
Gefangen in einer Glaskugel voller Schnee.
Ich bin steif und unbeweglich-
im Körper und Geist,
bin müde und ausgelaugt,
traurig und leer,
Möchte gerne geben und niemand nimmt es an,
als wäre es nicht gut genug.
Verirrt in einer entsetzlichen Wildnis.
Befreiungsversuche bringen mich an meine Grenzen.
Einzelkämpferin, im Glaube an das Gute.
Missdeutet und enttäuscht von Mitmenschen.
Kraftlose Traurigkeit.
Angst mich selber zu verlieren,
auf der Suche nach wärmender Nähe.
Angst auf der Strecke zu bleiben.
und im Innern zu verkümmern.
Undurchschaubares Durcheinander im Kopf.
©Waltraud Keppel
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